GENDER & DIVERSITY


Die jeweilige Herkunft der beiden Begriffe Gender und Diversity und die mit ihnen verbundenen Theorien und Handlungsansätze sind zum Teil sehr unterschiedlich. Wir begreifen Gender & Diversity als einen gemeinsamen thematischen Schwerpunkt und berücksichtigen dabei den unauflösbaren Zusammenhang beider Kategorien mit Bildung.

Diversity verstehen wir als ein Konzept der Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt. Damit ist Diversity für uns auch ein wichtiger Aspekt von Bildung: Zum einen, weil die Gestaltung von Bildungsangeboten stets die Vielfalt der Lernenden und ihrer Lernarten zu berücksichtigen hat; zum anderen, weil soziale Vielfalt immer auch selber ein Gegenstand von Bildung ist. Bildung nach unserem Verständnis beinhaltet stets eine Aufforderung, die Andersartigkeit der Anderen zu achten und ihre Verschiedenheit zu schätzen.



Der Begriff Gender nimmt - im engen Sinn – gesellschaftliche Benachteiligungen in den Blick, die an die Unterscheidung zwischen Mann und Frau geknüpft sind. Bildung ist ein wichtiger Schlüssel um zu verstehen, wie Geschlechterdifferenzierungen mit sozialen Benachteiligungen zusammenhängen und wie geschlechtsbezogene önnen.

Benachteiligungen lassen sich allerdings nie nur an einem einzigen Merkmal festmachen. Sie gründen vielmehr auf einer komplexen Verflechtung von Dimensionen (z.B.: Mann, schwarz, homosexuell, arbeitslos; oder: zugewandert, Frau, studiert, allein erziehend) – einer Verflechtung, die gerade die Individualität der jeweiligen Biographie ausmacht.

Mit dem Begriffspaar Gender & Diversity berücksichtigen wir diese zwei Seiten einer Medaille: die Wertschätzung individueller Vielfalt, sowie die Ablehnung kulturell und institutionell manifestierter Diskriminierungen aufgrund bestimmter biographischer und sozialer Merkmale.



Unser Anspruch ist, Gender & Diversity in Bildungsprozesse zu integrieren und damit einhergehend gesellschaftliche Machtverhältnisse und Strukturen kritisch zu hinterfragen.